Warum ich diesen Blog mache?

Als ich im September 2015 für ein halbes Jahr nach Ecuador gereist bin, habe ich einen Reiseblog gestartet. Viele Leute sagten mir vor der Reise, ich solle ihnen Fotos schicken und mich bei ihnen melden. Schön und gut - aber wie sollte das funktionieren? Indem ich mehrmals in der Woche 20 Bilder im Whatsapp verschicke (jedem einzeln versteht sich!), im Facebook ständig irgendwelche Fotos und Texte hochlade und bei Instagram daselbe. Der Blog kam mir da irgendwie am umfangreichsten vor. So konnte jeder meine Einträge lesen, sah einige Bilder und ist zugleich darüber informiert, was bei mir in Ecuador so passiert. Zudem war es für mich eine Art Tagebuchschreiben.

Und tatsächlich machte mir das Bloggen mega Spass! Im Durchschnitt habe ich einmal in der Woche einen Eintrag gemacht und bekam superviele und ausschliesslich positive Feedbacks zu meinen Fotos und meinem Schreibstil.


Jetzt sind seit da zwei Jahre vergangen. Nach der Reise wollte ich den Blog weiterhin führen, nur hatte ich keine Idee über welche Themen und mit was ich meine Leser/Leserinnen unterhalten konnte. Und so schlief diese Idee ein.


Ich habe zwei eher turbulente, aber schöne Jahre hinter mir. War viel auf Reisen, habe unmöglich viele verschiedene Dinge ausprobiert, im Berufsleben wie auch privat. Und letzten Herbst kam ich an den Punkt wo nichts mehr ging. Ich arbeitete in einem Job, der mir überhaupt nicht Spass machte, ich musste von meinem geliebten Zürisee wegziehen, ich musste mein geliebtes Pflegepferd verlassen. Kurz gesagt: Das Leben war zum grössten Teil einfach nur scheisse. Für kurze Zeit war ich in einem Tief, in dem ich mich so richtig in meinem Mist herumgewälzt habe. Wie ein Schwein auf einem Bauernhof, das sich im Dreck wühlt.


Ich hatte meinen Job einfach so von einem Tag auf den Anderen gekündigt, obwohl ich keinen Plan B gemacht habe. Ich war so richtig unmotiviert, habe dies auch alle wissen lassen. So richtig. Bis die einen mich gefragt haben: Wo hast du eigentlich die alte, fröhliche und lebenslustige Michelle gelassen? Meine Antwort darauf: ,,Böh, keine Ahnung''!


Die Michelle, die schon von klein auf wusste, was sie will, war weg. Einfach weg. Ich stand vor einem riesengrossen Fragezeichen und wusste einfach gar nicht mehr, wo es mit mir und meinem Leben hingehen soll. Bis zu dieser Krise hin, habe ich die Menschen, die nicht wissen was sie wollen, belächelt. Wenn mir jemand erzählt hat, dass er noch nicht herausgefunde hat, welche Berufung oder Aufgabe er auf dieser Erde hat, habe ich nur gesagt: ,,Dann finde es heraus.'' Autsch.


Heute weiss ich, wie es sich anfühlt. Es tut weh, es macht einem hilflos, das Selbstvetrauen wird immer kleiner, die Menschen nerven dich immer mehr, du wirst immer träger usw.

Ich hasste diesen Zustand und wollte da so schnell wie möglich wieder raus.


Ich habe angefangen, mir Dinge aufzuschreiben, die mir Spass machen, die mich glücklich machen und bei denen ich die Zeit vergesse, weil es so schön ist. Hört sich vielleicht langweilig an, aber nur schon beim Nachdenken wirst du automatisch glücklich.


Nach meiner 5-wöchige Asienreise hatte ich so richtig Bock alles wegzuschmeissen oder wegzugeben, das ich nicht mehr brauche. Ich habe ca. 5 35Litersäcke gefüllt. Richtig befreiend! Und bei dem ganzen Prozedere bin ich über meinen Reiseblog gestolpert und an diesem Abend habe ich beschlossen, endlich wieder zu bloggen. Weil ich gerne schreibe, weil ich gerne schöne Bilder mit meinen Kameras mache und weil ich Menschen damit eine Freude machen möchte.


Schreiben war schon immer eine Stärke von mir, welche ich mit dem Blog ausleben kann. Zudem möchte ich meine Leser/Leserinnen mit meinen Texten inspirieren. Ich möchte Mut machen, etwas aus dem Leben zu machen, besonders das, was einem glücklich macht. Gerade aus meiner Krise habe ich sehr viel über das Leben gelernt, viele Bücher zu Themen, die mich täglich begleiten, gelesen und dieses Wissen möchte ich weitergeben. Ich möchte, dass es auf diesem Planeten so viele glüchkliche Menschen wie möglich gibt. Und wenn ich dazu auch nur ein bisschen beitragen kann, bedeutet mir das sehr viel!


Ich schreibe zum Teil provokativ, unverständlich, lustig und zum Nachdenken anregend. Es sind meine Erfahrungen, meine Ansichten, meine Gedanken und meine Lebenseinstellung die in meine Texte fliessen. Jeder Mensch ist individuell, hat eine andere Ansicht und trägt seinen eigenen Rucksack mit sich, weshalb es auch so ist, dass meine Texte bei jedem etwas Anderes auslösen. Positiv wie negativ. Und das ist okay so. Ich bin jederzeit offen für einen Ausstausch, ein Gespräch über ein Thema über das ich geschrieben habe, oder einfach auch nur zum Fragen beantworten. Ich bin dankbar über jedes Feedback zu meinem Blog und meinen Texten, denn nur so kann ich lernen und besser werden.


Ich bin dankbar über jeden Leser und jede Leserin! Und hoffe, das ich mit meinen Texten etwas bewirken kann!


Eure Michelle




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