Ziele

Heute werde ich Euch etwas über das Thema ,,Ziele'' erzählen. Jeder kennt sie. Viele werden in der ersten Ausbildung zum ersten Mal mit Zielen konfrontiert und müssen diese Etapenweise unter Druck des Lehrplans und den Lehrern erreichen.


Ich habe die Lehre als Fachfrau Betreuung im Behindertenbereich absolviert. Ich mag das Wort ,,Behinderung'' eigentlich überhaupt nicht, aber so ist nun einmal die Bezeichnung von diesem Beruf.


Am ersten Schultag wurden wir vollgequatscht mit diversen Informationen über den Beruf, Lehrgang etc. Immer wieder fielen die Worte ,,Quartalsziele, Lehrziele, Jahresziele, bis dann und dann müssen Sie dieses und jenes erreicht haben. Am liebsten wäre ich aus dem Klassenzimmer herausgerannt und geflüchtet.


Ich war schlichtweg überfordert. Nicht mit all den Informationen. Sondern mit der Erwartung, dass ich all diese Ziele in einem bestimmten Zeitrahmen schaffen muss.


Mit diesem Wissen ging ich dann zu meiner Ausbildnerin - diese hat nur den Kopf geschüttelt und geseufzt, als sie meinen Ordner mit all den Zielen darin von mir in die Hände gedruckt bekam. Sie hat schon immer gewusst, dass diese Ziele nicht viel mit der praktischen Arbeit zu tun hatten - Praxis und Schule sind nun mal zwei verschiedene Paar Schuhe.


Ihr kennt doch bestimmt dieses Gefühl auch, wenn so einiges von Dir erwartet wird, sei dies bei der Arbeit, in der Schule, in der Ausbildung - und ihr wisst einfach nicht, wo anfangen, ob man das alles überhaupt schafft und was passiert, wenn ich das nicht bis zum gesetzten Datum schaffe? Geht dann die Welt unter?!


Seit längerer Zeit arbeite ich in meinem Alltag mit Zielen. Und seit mehreren Jahren bestimme ich über verschiedenen Bewohner/innen, welches Jahresziel sie denn bis zum nächsten Standortgespräch erreicht haben müssen, damit der Bereichsleiter, die Eltern und die Beiständin ganz stolz darauf anstossen können.


Für die die es interessiert:

Ein solches Ziel ist meistens in etwa so formuliert:


,,Herbert kann mit Hilfe des Klosomates selbständig auf die Toilette gehen.''


Im Ernst, weder mich noch den Herbert interessiert das. Er ist wahrscheinlich einfach nur froh, wenn er überhaupt aufs Klo gehen kann und sein Geschäft nicht selber putzen muss, da es dank der heutigen Technik mit dem Klosomat wunderbar geht. Aber es ist natürlich wichtig, dass wir ein Jahresziel haben. Wird in jeder Institution vorgeschrieben, ist quasi Gesetz.


Also ich definiere meine Ziele ein natürlich bisschen anders, damit ich möglichst produktiv und effektiv bin.


Wozu soll man sich überhaupt Ziele setzen. Ganz einfach, weil es ein gutes Gefühl ist, eine Motivation, wenn man etwas geschafft hat, das man sich vorgenommen hat.

Und dann noch etwas, dass man SELBER erreichen möchte, und niemand dir vorschreibt - kein Lehrer, kein Lehrgang. Nobody else.


Bei mir läuft das momentan so ab: Ich sitze jeden Abend über meiner Agenda (und nehme mir die Zeit bewusst - keine Zeit haben ist eine Ausrede!). Dann schaue ich mir meine Ziele für das Jahr 2018 an, und überlege mir was ich am nächsten Tag machen möchte, um diese Ziele zu erreichen.


Wichtig ist, dass man z.B. gerade bei Jahreszielen nicht zu viele vornimmt. Lieber ein paar, die dafür aber umsetzbar sind. Und wenn ich ein Jahresziel in Etappenziele umwandle, erreiche ich diese mit mehr Motivation, als wenn ich immer nur das Jahresziel vor mir sehe, aber nicht weiss, wie ich das erreichen kann.


Ich mache Euch ein Beispiel, damit ihr Euch das besser vorstellen könnt:


Ziel: Ich bin am 31.12.18 diplomierter Koch.

Unterziel: Ich habe ALLE Prüfungen in der Schule und im Betrieb bestanden.


1. Du setzt dir ein klares Ziel, formulierst es in der Gegenwart.

2. Du setzt dir Unterziele, damit du weisst, was zu tun ist, um dein Ziel zu erreichen.

3. Du formulierst Etappenziele (z.B.: ,,Bis am 13.Mai 2018 kann ich den Sauerbraten selbständig kochen.'')

4. Du schreibst dir all diese Ziele in deine Agenda UND auf ein Blatt Papier, welches Du in deinem Zimmer, Küche, Wohnzimmer - irgendwo wo du es jeden Tag siehst und liest - aufhängst.

5. Jetzt solltest Du wissen, was du zu tun hast.


Ich weiss, dass das sich das Ganze anhört, als wäre das ganze Leben auf diese Art und Weise planbar und das wäre ganz klar: zu langweilig und zu anstrengend!


Aber mir geht es darum aufzuzeigen, dass Ziele den Sinn haben, dein Leben ein bisschen bunter zu machen. Und ganz ehrlich, wenn du herausgefunden hast, wofür Du jeden Tag aufstehst, wofür Du diese Ausbildung machst, diese Arbeit ausübst etc. dann macht diese Planerei gleich viel mehr Spass. Sie ist zeitsparend, weil du nicht mehr gross überlegen musst, wann du was machen sollst. Du hast dir selber einen Fahrplan aufgestellt, den du hoffenlich aus dem Herzen heraus auch fahren willst. Man kann sich in jedem Bereich des Lebens Ziele setzen, sei dies im Sport, bei der Arbeit, im Hobby etc.


Oft werden Leute, die ein klares Ziel vor Augen haben und daran arbeiten, als ,,Streber, Spiesser, Langweiler'' genannt. Sie werden ausgelacht, belächelt, hören Sätze wie ,,das schaffst du doch nicht, das ist zu zeitaufwändig usw.'' - Doch wer seine Ziele erreicht hat, hat einiges im Leben erreicht und auf dieser Reise vieles über sich selber gelernt. Und das, meine liebe Leute, ist in meinen Augen viel wertvoller, als einfach vor sich hinzuleben, keine Ahnung zu haben, wo deine Reise hingehen soll, und am Schluss sagen zu müssen: ,,mmmh,, hätte ich doch damals meinen A*** bewegt und dafür gearbeitet, dass sich meine Träume erfüllen.


Es ist immer ein Arbeiten, einen Zeitaufwand und kann auch körperlich und emotional anstrengend sein - doch das ist in meinen Augen den Sinn des Lebens!


In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spass bei der Planung eurer Ziele und wenn ihr Lust habt, könnt ihr mir gerne einen Kommentar mit eurer Meinung zu diesem Thema dalassen.


Eure Michelle


PS:


Tages -, Wochen - und Monatsziele sind effektive Schritte, um ein grösses Ziel zu erreichen.


PPS:


It's never too late!





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